Deutschlands führende Ökonomen haben wenig Hoffnung, dass die Wirtschaft richtig in Fahrt kommt. Für das Jahr 2010 wird mit einem kleinen Aufschwung gerechnet, der aber immer wieder von Rückschlägen geprägt sein wird.
Die Konjunkturaussichten für 2010
Der ungewöhnlich strenge Winter im Januar und Februar tut sein Übriges, um einen deutlichen Konjunkturanstieg zu verhindern. Daher sei es auch möglich, dass die deutsche Wirtschaftsleistung im ersten Quartal gegenüber dem vierten Quartal des Vorjahres noch weiter schrumpfen könnten. Es wird mit Sicherheit ein schwaches Jahr, der Aufschwung lässt auf sich warten. Das sagt Roland Döhrn, Leiter des Kompetenzbereichs „Wachstum und Konjunktur“ am Institut für Wirtschaftsforschung.
Der kalte Winter hat dazu beigetragen, dass die Autoverkäufe stagnieren und der private Konsum nachlässt. Die Verbraucher haben Angst vor Arbeitslosigkeit und halten ihre Taschen entsprechend zu. Allerdings wird heute davon ausgegangen, dass die Exporte wieder steigen, davon könnten sowohl der Maschinenbau als auch die Automobilindustrie 2010 profitieren. Aber das waren ja auch die durch die Wirtschaftskrise am stärksten gebeutelten Branchen. Unterstützend wirkt hier, dass der Euro jetzt nicht mehr 1,50 Dollar sondern jetzt gerade 1,37 Dollar kostet. Ein steigender Euro würde die Exporte wieder schwächen.
Probleme in der EU wirken sich auch nachhaltig auf Deutschland aus
Vor allem die Schuldenkrise in europäischen Staaten wie Griechenland und Portugal oder Irland könnte den minimalen Aufschwung in Deutschland zusätzlich gefährden. Die Staatsschulden wachsen in einigen Ländern gen Himmel und die Steuereinnahmen brechen ein. Die nationalen Konjunkturprogramm kosten ein Vermögen und belastet die Staatshaushalte extrem. Das belastet auch Deutschlands Banken. Deutsche Institute halten Staatsanleihen aus Griechenland von mehr als 500 Milliarden Euro.
Es wird also noch eine Weile dauern, bis Deutschlands Wirtschaft sich wieder im sicheren Fahrwasser befindet. Für den privaten Verbraucher, der die Auswirkungen der Wirtschaftskrise letztlich ausbaden muss, wird sich noch herausstellen, was den Einzelnen das alles kostet. Für große Steuergeschenke und ähnliche Wohltaten wird wohl in nächster Zukunft kein Geld da sein.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,677592,00.html
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